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Schriftart erkennen
Sie haben eine Schrift gesehen und möchten wissen, welche es ist? Der Assistent unten führt Sie in wenigen Fragen zur passenden Schriftklasse und nennt konkrete Beispielschriften. Darunter finden Sie eine Anleitung, wie Sie eine Schrift aus einem Bild oder von einer Webseite exakt bestimmen.
Frage 1
Wirkt die Schrift handgeschrieben oder gemalt?
Was dieser Assistent leistet – und was nicht
Ehrlich vorweg: Der Assistent erkennt keine Bilder. Er ersetzt keine Bilderkennung, sondern führt Sie über die sichtbaren Merkmale zur richtigen Schriftklasse – also zur Familie, zu der Ihre Schrift gehört, samt bekannter Vertreter.
Das ist in der Praxis oft genau das, was gebraucht wird. Die meisten Menschen suchen keine exakte Datei, sondern „so eine Schrift wie die da“. Wenn Sie wissen, dass Sie eine geometrische Grotesk vor sich haben, finden Sie in Minuten eine kostenlose Alternative.
Brauchen Sie die exakte Schriftdatei, ist der Weg ein anderer – siehe die beiden Abschnitte weiter unten.
Schriftart aus einem Bild erkennen
Wenn Ihnen ein Foto, ein Screenshot oder ein Logo vorliegt, brauchen Sie eine Bilderkennung. Diese Dienste sind darauf spezialisiert:
WhatTheFont (MyFonts) – Bild hochladen, Buchstaben markieren, Vorschläge erhalten. Die bekannteste Lösung, gut bei kommerziellen Schriften.
Font Squirrel Matcherator – ähnliches Prinzip, oft stärker bei frei verfügbaren Schriften.
WhatFontIs – arbeitet mit einer sehr großen Datenbank und schlägt auch kostenlose Alternativen vor.
So verbessern Sie die Trefferquote
Freistellen und gerade ausrichten. Schneiden Sie nur die Textzeile aus und drehen Sie sie waagerecht. Schräge oder perspektivische Aufnahmen führen fast immer zu falschen Ergebnissen.
Hoher Kontrast, keine Effekte. Schatten, Verläufe und Texturen stören die Erkennung erheblich.
Buchstaben trennen. Berühren sich die Zeichen, trennen die Dienste sie falsch. Wählen Sie im Zweifel einen anderen Bildausschnitt.
Wählen Sie charakteristische Buchstaben. Ein g, a, R oder Q verrät mehr als ein l oder ein o.
Schriftart einer Webseite herausfinden
Bei Webseiten geht es exakt – ohne Raten, denn die Schrift steht im Quelltext.
Ohne Zusatzsoftware
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Text und wählen Sie Untersuchen (Chrome, Edge, Firefox). Im Bereich Berechnet beziehungsweise Computed finden Sie die Eigenschaft font-family – dort steht die tatsächlich verwendete Schrift.
Wichtig: font-family listet mehrere Schriften als Ausweichkette. Maßgeblich ist die erste, die auf Ihrem System oder als Webfont verfügbar ist. Die Zeile Rendered Fonts in den Entwicklertools zeigt, welche davon wirklich dargestellt wird.
Mit Browser-Erweiterung
Erweiterungen wie WhatFont oder Fonts Ninja zeigen die Schrift samt Größe und Zeilenhöhe per Mausklick an – bequemer, wenn Sie das häufiger brauchen.
Die wichtigsten Merkmale im Überblick
Diese Begriffe verwendet der Assistent oben. Wer sie kennt, erkennt Schriften auch ohne Hilfsmittel schneller.
Serifen – die kleinen Querstriche an den Buchstabenenden. Schriften mit Serifen heißen Antiqua, Schriften ohne Serifen Grotesk oder serifenlos.
Strichstärkenkontrast – der Unterschied zwischen dicken und dünnen Linien eines Buchstabens. Sehr hoher Kontrast deutet auf eine klassizistische Antiqua wie Bodoni hin.
Dickte – die Laufweite eines Zeichens. Sind alle Zeichen gleich breit, handelt es sich um eine dicktengleiche Schrift (Monospace).
Ein- und zweistöckiges a – ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Helvetica und Arial haben ein zweistöckiges a mit Bogen, Futura und Century Gothic ein einfaches, kreisrundes.
x-Höhe – die Höhe der Kleinbuchstaben ohne Ober- und Unterlängen. Eine große x-Höhe wirkt modern und ist auch klein noch gut lesbar.
Schrift gefunden – und jetzt?
Wenn Sie die Schrift bestimmt haben, sind zwei Dinge zu klären.
Die Lizenz. Viele bekannte Schriften sind kommerziell und dürfen nicht ohne Weiteres verwendet werden. Kostenlose Alternativen finden Sie bei Google Fonts, wo alle Schriften frei nutzbar sind – auch geschäftlich.
Der Einsatzzweck. Für Layout und Druck brauchen Sie eine echte Schriftdatei zum Installieren. Für Social Media, Bios und Nachrichten geht es einfacher: Dort können Sie stilisierte Unicode-Zeichen direkt kopieren, ohne etwas zu installieren. Passende Stile finden Sie unter Schriftarten zum Kopieren.
Passende Stile auf dieser Seite
Schreibschrift & Geschwungene – wenn der Assistent Sie zu Script oder Handschrift geführt hat.
Alte & gotische Schriftarten – bei Fraktur und gebrochenen Schriften.
Schreibmaschinen Schriftart – bei dicktengleichen Schriften (Monospace).
Fette Schriftarten – für kräftige serifenlose Auszeichnungen.
Unicode erklärt – warum kopierbare Stile keine echten Schriftarten sind.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich eine Schriftart anhand eines Bildes erkennen lassen?
Nicht auf dieser Seite. Der Assistent hier arbeitet über Merkmalsfragen und bestimmt die Schriftklasse. Für die Erkennung aus einem Bild nutzen Sie WhatTheFont, den Font Squirrel Matcherator oder WhatFontIs.
Wie finde ich heraus, welche Schriftart eine Webseite verwendet?
Rechtsklick auf den Text, dann Untersuchen wählen. Im Bereich Berechnet beziehungsweise Computed steht die Eigenschaft font-family. Alternativ zeigen Erweiterungen wie WhatFont die Schrift per Mausklick an.
Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Arial und Helvetica?
Am zuverlässigsten am großen R und am kleinen t. Helvetica hat ein gerades R-Bein und einen waagerecht abgeschnittenen t-Kopf; Arial hat ein leicht geschwungenes R-Bein und einen schräg geschnittenen t-Kopf. Auch das große Q hilft: Helvetica trägt einen geraden Strich, Arial einen welligen.
Was bedeutet Antiqua und Grotesk?
Antiqua bezeichnet Schriften mit Serifen, also den kleinen Querstrichen an den Buchstabenenden. Grotesk bezeichnet serifenlose Schriften. Beides sind die beiden großen Grundklassen der lateinischen Typografie.
Darf ich eine erkannte Schriftart einfach verwenden?
Nicht automatisch. Viele bekannte Schriften sind kommerziell lizenziert und benötigen für geschäftliche Nutzung eine Lizenz. Freie Alternativen finden Sie bei Google Fonts, die auch kommerziell genutzt werden dürfen.
Warum zeigt der Browser mehrere Schriftarten an?
Weil font-family eine Ausweichkette ist. Der Browser nimmt die erste Schrift, die verfügbar ist. Welche tatsächlich dargestellt wird, zeigen die Entwicklertools unter Rendered Fonts.